Weihnachten 2019: Kollabierende Trüffelschweine und viel Scheiße

Montag, der 23.12 um 22 Uhr

Gerade ist mein Adventsbericht online gegangen (Oh du schöne Weihnachtszeit – Streit und Chaos weit und breit) und ich habe die zarte Hoffnung, dass es vielleicht doch noch recht hübsch bei uns aussehen könnte. Zumindest im Wohnzimmer. Die Kinder sind endlich im Bett und ich freue mich auf ein sehr spätes Abendessen. Da ertönt ein Klirr und ein Platsch, gefolgt von “SCHEEEIßEE!”. Ich wetze um die Ecke, böses ahnend mit Handtüchern bewaffnet. Pascal hat seinen Pott Kaffee schwungvoll über seiner Multimediaecke verteilt. Es fließt und tropft in alle Ecken, auf PCs und Steckdosenleisten und was weiß ich noch alles. Ihr könnt euch die allgemeine Begeisterung vorstellen. Von wegen stille Nacht und so..

Dienstag, der 24.12. Heiligabend

Das Wichteldorf ist mittlerweile recht ramponiert. Ebenso Pascal, der noch eine Nachtschicht einlegen musste um alles trockenzulegen. Immerhin: diese Ecke ist jetzt sauber. Damit die Kinderzähne ebenso glänzen können, haben die Wichtel heute Zahnbürsten mitgebracht. Ausnahmsweise macht sich der teure Preis für ein bisschen Farbe und Markenbildchen bezahlt. Mit Star Wars und Frozen putzt es sich (fast) freiwillig.

Danach geht es noch ungeplant zum Rewe. Die Pastetchen fürs Abendessen haben ihren Zenit schon überschritten. Vielleicht hätte ich sie nicht erst auf den letzten Drücker probieren sollen. Doch das Glück ist uns hold, und wir kehren gut ausgerüstet heim. Es folgt familiäres Saubermachen und ich schaffe es sogar, noch den Tisch einzudecken. Schneller und anders als sonst, aber dennoch überraschend schön. Veränderung muss nicht immer schlecht sein, obwohl ich in der Hinsicht eigentlich so flexibel wie ein alter Esel bin…

Gegen Mittag sind Tisch und Wohnzimmer tatsächlich sehr weihnachtlich, auch die Schüsseln und das ganze Zeug auf der Obstablage drängen sich jetzt an anderer Stelle und machen Platz für die Weihnachtsteller. Zeit und Nerven für mehr spare ich mir. Wir schaffen es rechtzeitig zum Minigottesdienst. Dieses Jahr ist es erstaunlich leer und wir finden problemlos vier Plätze nebeneinander. Beim Singen stellt sich bei mir ein Hauch von festlicher Stimmung ein und wir verantsalten ein Wettrennen nach Hause.

Dort angekommen verfliegt meine Stimmung sogleich. Geplant war es so: Die Kinder schauen mit dem Papa im Schlafzimmer ein bisschen fern. Ich helfe dem Weihnachtsmann, die Geschenke in Tücher zu wicklen und die Plätzchenteller herzurichten. Aber das Runzeln auf meiner Stirn wird immer größer. IR-GEND-WAS fehlt doch. Etwas wichtiges. Es will mir nicht einfallen und ich renne verwirrt im Kreis herum. Ich zähle die Päckchen ab. Shit. Ja es fehlt etwas, und zwar die wichtigsten Geschenke. Wo sind die Walkie Talkies? Ich durchsuche die Geschenktüte, den Schrank im Flur, ich platze ins Schlafzimmer und krame in den Schränken und Schubladen herum. Die drei Starren unberührt auf den Fernseher, da sind sie alle gleich. Mit steigendem Stresspegel winke ich das größte meiner drei Kinder raus und erkläre die Sachlage.

Aber die Scheißteile tauchen einfach nicht auf.

Ich wühle mich wie ein Trüffelschwein durch alle Räume. Ordung war mal, Besinnlichkeit war mal. Jetzt bin ich eher völlig von Sinnen. Wo sind sie, wo sind sie. Sie waren im Schrank. Die Zeit vergeht und ich komme mir immer mehr vor der Grinch: Ich fluche und schimpfe, werfe Klamotten und sonst noch was durch die Luft. Bescherung ohne die Funkdinger kommt nicht in Frage, die Kinder freuen sich schon so sehr darauf. Zum Glück starren die Kinder weiter auf die Flimmerkiste und bleiben völlig unberührt von meinem Wüten. Ich bin kurz vor dem Kollaps da zeigt Murphy erbarmen. DA SIND SIE JA! Im Schrank, den ich schon zig mal auf den Kopf gestellt habe.

Schnell die Mistdinger eingewickelt. Den laut trampelnden Weihnachtsmann nach draußen geleitet und schnell in die gute Stube gehuscht um das Glöckchen klingeln zu lassen. Wo ist das Glöckchen. WO IST DAS GLÖCKCHEN?!!! Ein hysterisches Lachen schlüpft aus meiner Kehle. Von mir aus können wir jetzt alles absagen, ich habe keinen Bock mehr. Macht euren Scheiß halt einfach alleine. Ich höre die Kinder ganz aufgeregt im Flur. “Stop, die Engelchen suchen noch die Glocke” brülle ich so sanft wie nur möglich. Das blöde Bimmelding bleibt verschwunden, die Kinder rennen mir fast die Türe ein. Ich resigniere und schieße noch schnell ein Stillleben vom Baum. Und wie ich so das Handy in der Hand halte, kommt mir die rettende Idee. Glocke youtube… Oh Kinderlein kommet!

Ich koordiniere die Zuteilung der Päckchen und beschwichtige Leo, dessen Laune wohl auch gerade sehr in Schieflage gerät. Bis er die Walki Talkies entdeckt. Der Rest des Abends verlief dann UNGLAUBLICHERWEISE so:

Selbst das Abendessen findet großen Anklang. Bei den Kindern kann die Leibspeise nämlich fast minütlich wechseln. Heute aber wird mit großem Appetit gegessen. Um 20 Uhr sind die Kinder im Bett und schlafen. Ich kann es kaum glauben. So mega kackbeschissen und hektisch es auch war, die letzten Stunden waren schön. Die Kids waren ausnahmslos happy mit der Auswahl des Weihnachtsmannes. Und sooo aufgeregt als sie ins Zimmer stürmten. Das war es wert. Ja, das war es wirklich.

Das Tischbild trägt übringends so viel Wahrheit in sich: Vorne hui, hinten..das normale Leben. Das macht nämlich auch vor Feiertagen nicht halt 😉

Mittwoch, der 25. 12

Ella ist zwar Abends gut eingeschlafen. Dafür war sie dann die halbe Nacht wach. Juchu. Aufstehen wollten die Kids dennoch um 6:30 Uhr. Schließlich geht es heute zur Schwiegerfamilie. Ich bleibe zuhause (hier könnt ihr lesen wieso). Am Abend sind wir alle glücklich vereint und sehr müde.

Donnerstag, 26.12

Heute bleiben wir alle zuhause. Es gibt ein einfaches Frühstück

Geschenke werden angesehen…

und ausprobiert.

Gegen Mittag sind Ella und Leo müde und quer. Auch Pascal ist recht brummig, nett gesagt. Nur weil Weihnachten ist, sind wir von blöden Gefühlen nicht gefeit. Außerdem ist das Glas in Ellas Fernglas innen zerbrochen, wie wir gestern feststellen mussten. Das Glas über dem Gemüsefach im Kühlschrank ist ebenso gestern Abend zersplittert (ganz toll, Glassplitter bei den Lebensmitteln!) und das Waffeleisen für die Schwiegereltern ist defekt. Ein ganz normales Weihnachten, würde ich abschließend sagen. Ich habe es nicht anders erwartet, und genau das ist das Beste an der ganzen Geschichte. Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer joot jejange!

P.S. Mein Zahn tut fast nicht mehr weh und wird jeden Tag besser. Es ist ja so unglaublich schön, wenn der Schmerz nachlässt! In dem Sinne: passt auf euch auf und erzählt mal: wie war euer Weihnachten 2019?

So war es bei Alu und Konsti: das erste Weihnachten im neuen Haus

6 Gedanken zu „Weihnachten 2019: Kollabierende Trüffelschweine und viel Scheiße“

  1. Hach ja, bei euch wirds nie langweilig.
    Ich hatte auch schon Glasbruch im Kühlschrank und Kaffee in der Computertastatur. Nur nicht an Weihnachten.
    Meinen Rechner hat der Herr TAC paar Tage vor diesem Weihnachten geschrottet.
    Und das Chaos wächst ständig, egal wie viel ich davon beseitige.
    So schicke ich dir virtuell ein paar Grüße und eine Umarmung. Weiteratmen und einen Schritt nach dem anderen gehen 😉
    LG von TAC

    1. Oh nein, bei uns war es Pascal wenigstens selbst schuld. Konntet ihr deinen noch retten oder muss ein ganz neuer her? Und liebsten Dank für die Umarmung, das tut immer gut! LG zurück!

  2. Ich nutze meinen Rechner kaum noch, seit ich letztes Weihnachten mein größeres Tablet bekommen habe. Deshalb brauche ich keinen neuen. Meine Festplatte mit den Daten ist noch heil. Und für die paar Dinge, die ich noch am Rechner mache, kann ich den vom Herrn TAC benutzen.

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