Geburtstag, ein Ohr dass keinen Bock mehr hat und verbrannte Möpse – WiB 30./31. Oktober

  • Alexandra 
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Was bisher geschah

Hups, da gab es wieder eine unfreiwillige Blogpause. Ich fasse mal kurz zusammen, was ihr verpasst habt. Zuerst einmal haben wir das Eilverfahren – welch Überraschung, haha – verloren. In dem Begründungsschreiben stand alles mögliche, nur keine haltbare Begründung. Und schon mal nichts, was wirklich mit uns zu tun hat. Besonders schöne Sätze: die Gesundheit des Kindes steht nicht über dem Bildungsauftrages des Staates, und es bestünde besonderes öffentliches Interesse daran, dass unser Kind in die Schule gezwungen wird. Nunja, nach einem wirklich dringen notwendigen Wechsel des Anwalts sind wir nun auch wirklich gut vertreten. Wie gern würde ich euch diese krasse Geschichte auch erzählen! Wichtig ist: es geht nun also in die nächste Instanz.

Spontan fand mein Körper, dass er mir noch ein paar Signale senden könnte. Weil mir offensichtlich noch nicht genug bewusst ist, dass ich unter Stress stehe. Ich wache also eines Morgens mit Krach im rechten Ohr auf. Ich höre eigentlich nur noch lautes Brummen. Ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass sich das von allein wieder legt. Am nächsten Tag kommt aber der erwartete Schwindel dazu und ich werde in Begleitung meiner Familie zum HNO gebracht. Meine Ohren werden untersucht und es zahlt sich aus, dass wir im HNO Semester damals Audiometrien an uns selbst gemacht haben. Denn so weiß ich bereits, dass ich die „mitteltiefen“ Töne nicht höre. Aus dem Grund fällt es mir auch immer sehr schwer, Gesprächen zu folgen, wenn mehrere Menschen im Raum sich unterhalten. Dafür geht die Dame fast an die Decke, als sie meine Schultern und den Nacken untersucht – ich stehe unter Dauerstrom und meine Muskeln spiegeln meine innere Anspannung wider. Tjoa. Auf die Frage, ob ich denn ab und an mal durchschlafen könne mit drei kleinen Kindern, fange ich an laut zu lachen. Die Ärztin gleich mit, sie hat auch mehrere Kinder großgezogen. Ich bekomme eine Palette an Rezepten mit, Ruhe verordnet und bereits in der Praxis selbst bessern sich die Symptome schlagartig. Die Psyche, da sind Frau Öhrchendoktor und ich uns einig. Am nächsten Tag ist alles wie weggeblasen und blöd wie ich bin, ändere ich natürlich nichts. Wie auch, ehrlich gesagt. Die Dinge, die mich stressen, kann ich nicht ändern und maximal angepasst habe ich mich schon. Wenn man von einem Laster überfahren wird, helfen auch keine Entspannungsübungen mehr.

Der erwähnte Anwaltswechseln nimmt mir allerdings große Last von den Schultern. Das ist auch gut so, denn Leos Geburtstag steht an. Wir feiern bei meinen Eltern, wie gewünscht eine Piratenparty. Meine Mama hat sogar wie gewünscht aus Pudding und Marzipan eine Insel im Meer mit Schatztruhe gezaubert. Sie ist gar nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Ich umso mehr, ja ich bin richtig gerührt. Die Kids sind glücklich, Leo sehr begeistert von seinen Geschenken. Die haben wir größtenteils gemeinsam ausgesucht, Überraschungen sind bei diesem Kind oft schwierig. Mindestens ein Geschenk sollte daher seinen genauen Vorgaben entsprechen. Ella hingegen ist eigentlich immer von allem entzückt. Mr. Baby ist auch aus dem Häuschen: es gibt Pudding den er mitessen darf und der dunkle Bart seines Onkels hat es ihm offensichtlich ebenfalls sehr angetan. Wir bleiben viel länger als geplant und fallen am Abend völlig k.o. ins Bett.

SAMSTAG

Rechtzeitig habe ich noch gerafft, dass am Montag Feiertag ist. Man könnte ja plötzlich verhungern. Ohne Witz, ich würde mir es aktuell zutrauen, dass ich Montags losmarschiere und dann völlig irritiert vor verschlossenen Supermarkttüren stehe. Während Ella ihren Bruder zum Lachen bringt, räume ich die Einkäufe aus und dusche.

Mr. Baby ist in der „Ich muss wirklich den ganzen Tag Körperkontakt haben“ Phase angekommen und ich bekomme eine leichte Krise, weil immer jemand an oder auf mir ist. Normalerweise wird spätestens Anfang Oktober die Sommerdeko ausgetauscht und für Herbst und Halloween dekoriert. Dieses Jahr war einfach keine Zeit und ehrlich gesagt hatte ich auch keine Lust. Vom Platz mal ganz abgesehen. Möglicherweise liegt es auch ein bisschen am Mann, der sehr resistent auf meine tägliche Bitte „Hol doch bitte mal die Dekokisten aus dem Keller“ reagiert hat. Heute aber flieht er nach meiner „Boah ich habe keinen Bock mehr hier!“ Schimpftirade doch nach unten und kommt mit dem Halloweenkram wieder hoch. Zumindest für die Kinder möchte ich es ein wenig herrichten und spiele 20 Minuten lang Deko-Tetris. Wir haben mit 5 Mann einfach zu wenig Platz. Ein bisschen konnte ich dann aber doch zwischen Klamotten, Windeln, Schulsachen und Co zwängen. Damit ich in vier Wochen nochmal von vorne anfangen kann – mit den Weihnachtssachen. Wo ist dieses Jahr nur geblieben??

Es gibt ein schnelles Abendessen, und ich stelle wieder fest, dass die Deko-Tablett-Idee sehr praktisch ist. So können wir den Tisch schnell freiräumen, wenn wir den Platz brauchen oder kleine Babyhände nach vorn schnellen.

SONNTAG

Mr. Baby war heute Nacht wieder besonders lange und viel wach. Und irgendwie sind alle knatschig. Wir drehen draußen eine Runde. Leo sammelt Gänseblümchen, Ella schiebt erst Mr. Baby und steigt dann später selbst in den Anhänger. Zuhause streiten Pascal und ich uns, die Kids machen es uns nach. Herrlich.

Ich drücke dem Papa seinen Babysohn in den Arm und verblogge euch unser Wochenende, während die Großen keinen Bock haben die Gespenster und Kürbisbilder auszumalen. Ich nehme an, erst das Buffett wird es richten. Erstmal schlurfe ich aber mit sehr tief hängenden Schultern durch die Küche und ziehe eine Schnute. Dabei summe ich unterbewusst etwas. Der Mann erkennt’s und befielt Alexa „Ab in den Süden“ zu spielen. Bei mir muss wohl der Draht völlig durchgebrannt sein. Ich fange an zu tanzen, sehr zu Pascals Amusement. Das hebt so weit die Stimmung, dass ich mich zu den Vorbereitungen motivieren kann. Dieses Jahr gibt es nichts Selbstgebackenes, geht aber auch.

Die Kinder futtern sich durch den Süßkram und lassen die coolen Nudeln links liegen. Wir machen die Halloweenfolge von Bibi Blocksberg an, während ich immer wieder auf die Uhr schiele. Ich wäre ja jetzt schon für Feierabend. Stattdessen verbrenne ich mich mal wieder, das kann ich ja sehr gut. Diesmal hat’s wieder die Brust erwischt – ich habe mich über einen heißen Topf nach vorn gebeugt. Das letzte Mal hab ich das kurz nach Ellas Geburt geschafft. Tut scheiße weh. In diesem Sinne: Happy Halloween.

Wie immer geht es hier zum WiB von Große Köpfe

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