Von Konfetti am Tannenbaum und dekorativen Wäschebergen: Unser langes Weihnachtswochenende in Bildern

Heiligabend

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Nach 23 geöffneten Häuschen ist es so weit: es ist Weihnachten. Genau genommen feiern wir heute schon das zweite Mal. Gestern waren wir schon bei meinen Eltern. Ich hatte das dem Weihnachtsmann natürlich schon vorher ins Ohr geflüstert und so gab es für die Kinder schon am 23. die erste Bescherung. Im nächsten Jahr werden wir die Weihnachtsbesuche noch weiter entzerren, so dass wir an den Feiertagen selbst nicht ins Auto steigen müssen. Es mag Anfangs ein wenig Überwindung gekostet haben, von alten Traditionen abzulassen (besonders für die Verwandschaft), aber es lohnt sich!

Am 24. feiern wir zu viert gemütlich bei uns zuhause. Vormittags wirbeln Pascal und ich noch ein wenig herum. Ich decke den Tisch ein, bereite die Plätzchenteller vor und kaufe ein. Pascal schleppt die ganzen Kisten in den Keller, während die Kids Hörbuch hören und fernsehen. Die Wäscheberge werden passend zur Deko mit einer blauen Wohnzimmerdecke und einem weißen Zierdeckchen versteckt. Läuft.

Um drei schaffen wir es gerade noch pünktlich in den Kindergottesdienst. Ich bin noch nicht geduscht und die Geschenke liegen auch noch unverpackt oben im Kleiderschrank, macht aber nichts. Nach der Kirche ist auch noch genügend Zeit. In den letzen Jahren wollte ich immer unbedingt alles fertig haben, bevor wir losziehen. Aus meiner Kindheit kenne ich es einfach so, dass die Bescherung nach dem Gottesdienst stattfindet. Auch diese Tradition lasse ich nun hinter mir. Tut nicht weh, sondern nimmt sogar Druck raus.

Nach der Minimesse spazieren wir nach Hause. Während Pascal die Kids ablenkt, packe ich für den Weihnachtsmann noch schnell die Geschenke ein. Dem Auspackspaß zuliebe, wird für jedes Kind ein Präsent in Papier gewicktelt, der Rest kommt in Geschenktüten, die jedes Jahr wiederverwendet werden. Offiziell habe ich in der Zeit ein Mittagspäuschen gemacht. Als ich fertig bin, komme ich mit wichtiger Miene ins Wohnzimmer und verkünde, dass der Weihnachtsmann gleich vor der Türe stünde. Schnell schnell ins Kinderzimmer!

Die zwei verkrümeln sich aufgeregt mit den Papa und schließen die Tür. Laut stampfend schleppt dann der Weihnachtsmann die Gaben aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer und rammt anschließend die Wohnungstür zu. Wenn schon, denn schon… Ein Engelchen läutet das Glöckchen und zwei kleine Kinder kommen vorsichtig ins Wohnzimmer geschlichen. Erstmal sichergehen, ob die Luft rein ist.

Dann der erste Ausruf: Aber da ist ja GAR KEIN MÜLLAUTOO!

Ich weiß nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll, schließlich steht Leo direkt vor einem knallroten, nicht gerade kleinem Paket (darin sein sehnlichster Herzenswunsch). Ich tarne die aufkeimende Zwerchfellbewegung als Hustenattacke und erkläre meinem aufgelösten Kind, dass es ja vielleicht mal einfach etwas auspacken könne. Zum Beispiel das große Geschenk da vor seinen Füßen. Es folgt ein kurzes Gemetzel und zehn Sekunden später sitzt ein glücklicher Junge inmitten eines Konfettihaufens und knutscht sein Müllauto ab. In sende ein stummes Dankeschön nach Berlin. Hätte ich nämlich nicht auf Patricia Cammarata und Caspar Mierau gehört, dann hätte ich Leos Wunsch nach einem Müllauto vielleicht doch nur für eine fixe Idee gehalten und “sinnvolle” Geschenke besorgt. Äh, also der Weihnachtsmann hätte… Der Abend wäre wohl in einer mittelschweren Katastrophe geendet. Lieber nur ein, zwei Geschenke, dafür aber auch wirklich etwas vom Wunschzettel.

Auf der anderen Seite des Tannenbaums beobachtet Ella fasziniert das Spektakel, bevor auch bei ihr die Fetzen fliegen. Den Baumschmuck spare ich mir nächstes Mal 🙂

Als alles ausgepackt ist, werden die neuen Besitztümer ausgiebig bespielt und ich gehe in die Küche um das Essen vorzubereiten. Vorbereiten heißt: Pastetchen in den Ofen schieben und Ragout fin aus der Dose im Topf warm machen. Vorsichtshalber lege ich auch die restlichen Pommes mit aufs Blech. Ein bisschen komisch komme ich mir dabei ja schon vor, aber die nachfolgende Stille am Esstisch bestätigt meine Vorahnung. Nächstes Jahr steht diese Kombi wieder auf der Menükarte…

Zum Nachtisch gebe ich die Plätzchenteller frei. Schon bahnt sich der nächste Beinahe-Nervenzusammenbruch an: MAMAA, das ist ja gar kein EIS auf dem Teller!! WARUM IST DA KEIN EIS!?

Es gibt also Hörncheneis zum Nachtisch.

Vor dem Schlafengehen werden die Puzzels ausgepackt. Ich stehe in der Küche und mache sauber, als der nächste Ausruf der Empörung ertönt. Diesmal scheint der große Mann an der Reihe: Wir müssen das Puzzle zurückschicken! Da FEHLEN GANZ VIELE TEILE!

Ich greife vor: es fehlte nichts beim 24 Teile Puzzle…

Am Ende des Tages gehen die Kids sogar mehr oder minder freiwillig ins Bett und der Mann und ich legen die Füße hoch und gucken “Weihnachtsfilme für Erwachsene”, wie Pascal mir neulich vorschlug. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

1. Weihnachtstag

Auch am 25. bleiben wir daheim, spielen, kuscheln und streiten. Ich hatte mir in den letzen Tagen eigentlich vorgenommen, es an Weihnachten ruhig angehen lassen, aber trotzdem alle nötigen Zutaten für unser Hühnchen a la orange besorgt. Nur für den Fall. Am frühen Nachmittag tritt der Fall dann ein und ich stelle mich an den Herd, um Hühnchen, Butterkartoffeln, Apfelrotkohl und Orangensauce zu zaubern. Zumindest eine Tradition aus meine Kindheit, die wir beibehalten. Ich habe die Kinder selten so spachteln sehen.

2. Weihnachtstag

Heute geht es zu Pascals Familie zum Brunch und der dritten Bescherung. Insgesamt sind wir 8 Erwachsene und 7 Kinder. Die Autofahrt ist für mich wie immer ziemlich beschissen. Reiseübelkeit deluxe. Wünsche ich Niemandem…

Am Nachmittag sind wir wieder zuhause, hängen ein bisschen in den Seilen und wärmen am Abend das Essen vom Vortag auf.

27. Dezember -Donnerstag

Die Geschäfte haben wieder geöffnet, der erste Gang des Tages ist daher der zum Discounter. Leo darf sich etwas aussuchen und wählt einen grünen Apfel und ein Buch (ja, ist denn schon Weihnachten!?). Er sieht zwar nicht aus wie ich, aber in dem Kerlchen stecken eindeutig meine Gene.

Für den Nachmittag stehen uns Gäste ins Haus: Pascals bester Freund, seine Cousine mitsamt Baby und die liebe Patentante Johanna. Wir sitzen gemütlich zusammen, essen und quatschen. Die Kinder bekommen ein viertes Mal Geschenke von Weihnachtsmann, bevor dieser in seinen wohlverdienten Jahresurlaub startet. Die Kids genießen die Aufmerksamkeit. Ich genieße das Nichtbelagertwerden. Ein schöner Tag!

28. Dezember – Freitag

Die Weihnachtstage haben wir alle – vom Husten abgesehen – gesund “überstanden” (mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen!). Zum Ausgleich hat es mich jetzt doch erwischt. Während meine drei Herzen nochmal zur Familie fahren, liege ich zuhause flach und hüte die Couch.

Samstag

Mir geht es nach dem Ruhetag schon besser, trotzdem lassen wir die letzten Tage ruhig angehen. Für den Einkauf teilen wir uns auf, danach ist wieder die Couch angesagt. Irgendwie sind wir alle quer und wissen nicht so ganz, wohin mit uns. Eigentlich würde ich gerne einen Jahresrückblick verfassen und einen Ausblick auf 2019, aber mit meiner Konzentration ist es nicht so weit her. Zu laut, zu müde.

Ich hoffe ja so ein bisschen auf eine Besserung und ein schönes Silvester am Montag. Die Kinder auch. Jedenfalls fragen sie alle fünf Minuten, ob es denn schon so weit sei. Spontan machen wir daher einen Wunderkerzen-Testlauf. Die Kinder sind zufrieden. Für zehn Minuten zumindest…

Richtiges Feuerwerk machen wir nicht, mir und den Kindern ist das zu laut und zu teuer. Letztes Jahr haben wir das Geld in Hundefutter und eine warme Mahlzeit für einen Obdachlosen investiert. Wer von euch auch lieber spenden statt feuern mag, dem kann ich dies hier empfehlen: DKMS Dein Feuerwerk fürs Leben 2018

Silvester mit kleinen Kindern ist eh immer so eine Sache. Wir persönlich machen mit den Kindern am frühen Abend ein kleines Buffett, bevor wir die zwei ins Bettchen bringen. Wenn sie etwas älter sind, machen wir auch wieder richtiges Raclette. Jetzt habe ich noch zu viel Angst, dass sie sich verbrennen könnten und lange am Tisch sitzten ist auch nicht drin. Bis dahin überbacken Pascal und ich uns Kartoffeln, Nudeln und Raclettekäse einfach in der Mikrowelle. Schmeckt genauso gut und macht vieeeel weniger Arbeit.

Falls die Kids schlafen, parken wir uns dann vor den Fernseher und schauen einen Film und wecken die Kids dann kurz vor 0 Uhr. Zumindest aud dem Fenster gucken wir uns das Feuerwerk an und essen eine Scheibe Neujahrsbrezel. Mal sehen, wie es dann wirklich läuft.

Sonntag

Naja, die Stimmung ist immernoch mau. Der Tag plätschert so vor sich hin und ich meckere ein bisschen zu viel. Am Mittag gehen wir alle eine Runde raus und ich jogge neben Leo her, der mit seinem Laufrad die Gegend unsicher macht. Die Bewegung an der Luft tut gut und ich spüre, dass ich zumindest wieder gesund bin. Munter kommt dann morgen hoffentlich auch noch.

Nun mache ich für die Kinder das Abendessen und hoffe auf sowas wie Feierabend. Morgen versuche ich mich dann an der Neujahrsbrezel. Am liebsten mit Marzipan. Vielleicht komme ich ja nächste Woche wieder häufger zum Schreiben. Der Mann hat nämlich noch Urlaub und ich hätte nichts gegen ein wenig Zweisamkeit fernab vom Laptop.

In jedem Fall möchte ich mich bei euch für euer Interesse an meinem Blog bedanken! Habt ihr Wünsche für das kommende Jahr? Worüber möchtet ihr mehr lesen? Was hat euch gefallen und was nicht? Über Anregungen und Kommentare freue ich mich immer sehr! 🙂

Ich wünsche euch einen schönen letzten Tag in 2018, einen guten Rutsch und ein gesundes und glückliches 2019!

Und immer dran denken: untermdreckistssauber! 😉

 

 

Zum Wochenende in Bildern von großeköpfe geht es hier entlang

 

 

 

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