Wochenende in Bildern 5./.6 Januar – Von alten Kamelen und armen Rittern

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SAMSTAG

Die erste Januarwoche wäre geschafft. Wir sind es auch. Sogar unser Frühaufsteherkind Leo schläft noch, als ich um neun Uhr ins Wohnzimmer komme, um abzupumpen. Eigentlich schlafen wir alle vier in unserem Familienbett, allerdings hat das gelegentliche Schnarchen des Mannes einen unbeschreiblich lauten Dauerzustand angenommen. Wenn er schläft, dann schnarcht er. Da hilft auch kein Anstupsen oder auf der Seite liegen. Meine Nächte in den letzen Wochen war daher beschissen, ebenso meine Laune. Für uns alle ist es daher gesünder, getrennt zu schlafen. Nicht, dass ich den Mann noch in nächtlichem Aggessionszustand erschlage. Irgendwann am frühen Morgen tapst Leo meist zum Papa rüber. Zum Glück lassen sich die Kids von dem Geschnarche nicht stören. Trotzdem: so kann es nicht weitergehen und wir hoffen alle auf Besserung nach dem Arztbesuch (Schlafapnoe abklären lassen und so..)

Ella hat gestern Abend wieder lange herumgezaubert und schläft noch eine Weile. Wir lassen sie, denn nicht nur müde Mamas sind schlecht für den Familienfrieden. Ich ziehe gerade meine Sportklamotten an, da ruft ein zartes Stimmchen: MAAAMIIII!

Nach dem Aufwachstillen entdecken die Kinder die Höhle unter dem Bett. Jedes Jahr im Winter bildet sich an der Außenwand Schimmel, wenn wir nicht präventiv die Kisten mit Bettwäsche hervorholen und mit dem Luftentfeuchter das Schlafzimmer trockenlegen.

Trockenlegen würde ich mich nach dem Einkauf auch sehr gerne. Es regnet ganz fies und am liebsten hätte ich mich zu Leo in den Kinderwagen gesetzt. Noch 24 Wochen bis zum kalendarischen Sommeranfang… Gibt’s dafür auch einen Schokikalender?

Am Nachmittag geht es noch eine Runde raus. Leo möchte ganz dringend mit seinem Laufrad fahren. Nach dem letzen Wachstumsschub ist es eigentlich zu klein für ihn. Ich glaube im Frühjahr werden wir uns nach einem Fahrrad umsehen. Habt ihr Empfehlungen für uns? Ich überlege direkt eines ohne Stützräder zu holen…

Irgendwie ist Ella trotz Ausschlafens den ganzen Tag unleidlich, jammert in einer Tour und streitet ständig mit Leo. Ich vermute stark einen Wachstumsschub und übe mich in Verständnis und Geduld. Leider zählt Geduld absolut nicht zu meinen Stärken, da könnte ich noch so lange üben. Nach mehreren Stunden Knatsch reißt bei mir auch der letze Nerv. Ich brülle laut, schimpfe und verbarrikadiere mich anschließend im Badezimmer. Hilft nur so semi, wenn vier kleine Fäustchen gegen die Tür hämmern und nach Mamiiii gerufen wird. Mir blutet das Herz aber ich musste einfach mal raus aus der Situation. Nach 15 Minuten sitzen die beiden friedlich beim Papa und wir kuscheln, stillen und entschuldigen uns gegenseitig beieinander. Das macht sogar die Kleinste schon von sich aus.

Als der Haussegen wieder halbwegs gerade hängt, stelle ich mich in die Küche. Zum Abendessen gibt es Hamburger mit Kartoffel-Möhren-Untereinander. Ein kleiner, schrumpeliger Apfel durfte auch mitbaden. Leider war die Paarzeit am Donnerstag und Freitag (nach obligatorischem Riesenkrach!) wohl zuviel des Guten. In meinem Verliebtsein habe ich möglicherweise ein Körnchen zu viel Salz in den Topf gegeben. Jedenfalls fragte der Mann beim Essen höflich nach einem großen Glas Wasser…

Statt fertigen Pellets habe ich das Burgerfleisch mal selbst gemacht. Gut, dass da ein “Deckel” drauf kommt 🙂

Ella wollte weder Kartoffeluntereindander noch Burger. Joghurt und Obst war auch doof. Fast immer wenn ich denke: “Na komm, das wird sie ja jetzt wohl mögen”, kommt ein: “Nein, das mag iss ganisst.” Und manchmal frisst sie mir die Haare vom Kopf. Ich glaube, sie war in einem früheren Leben mal ein Kamel oder so eine Sukkulentenpflanze. Ein mal im Monat wird ordentlich gefuttert und die restlichen 29 Tage reicht ein bisschen Muttermilch und ein Löffelchen Joghurt.

SONNTAG

Same positions, another day. Diesmal ist Leo aber schon wach und freut sich auf seine Portion Milch.

Milch macht müde Männer munter. Und Mädchen auch. Die zwei bauen sich eine Kissenburg und hüpfen solange bis einer heult.

Kurz vor 12 setzen wir uns an den Tisch für unser erstes richtiges Frühstück in diesem Jahr. Beide Kinder essen sogar recht manierlich und mit Appetit. Ella spült ihr halbes Brötchen mit Muttermilch herunter. Dann schlägt die Stimmung um und Leo schläft nach anfänglichem Widerstand (NEIHEIN. ICH.WILL.NICHT.SCHLAFEN!) endlich ein.

 

Ella nutzt die Zeit, um ungestört mit der Lok zu spielen. Seit ein paar Monaten spielen die beiden schon richtig miteinander, ohne dass Mama oder Papa mit dabei sein müssen. Wie sich das so unter Geschwistern gehört, gibt es aber auch oft Streit um die richtige Spielweise oder um ein Spielzeug. Da wird jede Minute als Lok-Chef genutzt.

Als Leo wach wird, hängen wir drei anderen in den Seilen. Ich hätte ja nichts dagegen gehabt, mich einfach schon ins Bettchen zu verkrümeln und die Woche für beendet zu erklären. Stattdessen ziehen wir uns an und wagen uns in den Regen. Ich jogge neben Leo her, währden der Mann geduldig mit Ella im Zickzack fährt. Das Lenken ist aber auch schwierig, wenn drumerhum so viel spannendes passiert. Da muss man einfach hingucken. An einem kleinen Abhang erleben mein Großer und ich den schönsten Moment des Tages: Leo hebt die Beine in die Luft, pest in einem Affenzahn auf die Wiese zu und ruft vor Glück: “WOHOOOO!” Diese pure Freude hat meine innere Sonne geweckt. Naja, bis zur ersten Portion Sand im Gesicht.

Auf dem Rückweg hält Leo wieder bei dieser Markierung an und bedauert, dass wir keine Schaufel dabei haben. Hier ist nämlich ein Schatz vergraben. Aber pssst!

Zurück zuhause schiebe ich den Armeritterauflauf in den Ofen, den ich aus dem Rest des Hefekranzes für Neujahr vorbereitet habe und verblogge mit halb geschlossenen Augen unser Wochenende für euch.

Zum Abendessen gibt es Reste von gestern. Zwei von vier Menschen am Tisch träumen dabei schon vor sich hin. Eigentlich wollten wir die Kinder heute auch noch einmal in die Wanne tauchen. Sowohl der Mann als auch ich sind aber dann doch zu platt und haben schlichtweg keine Lust darauf. Waschlappen tuns auch. Vor dem Bett wird noch etwas vorgelesen. Gerade ist der kleine Drache Kokosnuss* hoch im Kurs.

Wie war euer erstes Wochende 2019? Hat es bei euch schon geschneit? Der Wintereinbruch soll in diesem Jahr wohl recht hart und plötzlich über Deutschland hereinbrechen, habe ich gelesen. Ende Januar oder Anfang Februar wird eine ziemlich krasse Kaltfront erwartet. Ich bin gespannt!

Kommt gut in die neue Woche, bei uns geht ab morgen auch wieder der ganz normale Alltagswahnsinn los. Auf dass es ein schöner Wahnsinn wird 😉

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Comments

DanHo

Hallo!
Wir haben ein Fahrrad von Wolf Kids in rot/orange.
Stützräder sind dabei, aber nicht montiert.
Nach Jahren auf dem Laufrad steigt Sohn auf das Fahrrad und fährt ratzfatz los.
Motiviert durch die große Schwester, die dann auch direkt tauschen musste 😂.
Ein Bild für die Götter…
LG DannyHo

    Alexandra

    Hallo liebe Daniela,
    danke für deinen Tipp, wir werden uns das mal anschauen. Und ich kann mir vorstellen, wie lustig das ausgesehen haben muss 🙂
    Liebe Grüße,
    Alexandra

Louisa

Ich fühle mit dir. Der Mann schnarcht so sehr, dass ich ihn regelmässig des Schlafzimmers verweisen muss. Die Kleine im Beistellbettchen schnarcht auch schon, kontrapunktisch zum Mann und ob des geringeren Resonanzraumes noch nicht so schlimm, aber dennoch. So weit so normal. Das ironische dabei: Der Mann ist HNO Arzt und sieht fast täglich Paare, die wegen des Schnarchens kommen :)) Wenn die wüssten, wie es bei ihm zu Hause zugeht 😉
Aber in Wirklichkeit kann man da leider ganz wenig machen, wenns keine Schlafapnoe ist. Die Kleine muss vermutlich irgendwann die Polypen raus haben, wenn sie älter ist, aber beim Mann ist kaum Hoffnung mehr.
Ich möchte daher sehr gerne davon lesen, wenn du von einer Wunderkur erfährst!
Viele liebe Grüsse

    Alexandra

    Oh nein, du auch? Und das ist ja wirklich witzig mit deinem Mann als HNOler :)..also von außen betrachtet witzig. Nachts weniger…
    Ja ich befürchte auch, dass man vermutlich nicht wirklich etwas machen kann, aber noch habe ich ein wenig Hoffnung. Ich werde berichten!

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