Silvester mit Kindern – Von kleinen Hamstern und dem richtigen Händchen

Nachdem wir die Weihnachtstage und auch das letzte Wochenende des Jahres gut überstanden hatten, ist es plötzlich so weit: Bye bye, 2018. Willkommen 2019! Gut, dass sowohl der Mann als auch ich die wilden Partyjahre hinter uns gelassen haben und uns ohne Wehmut auf einen gemütlichen Abend mit den Kindern freuen können. Ganz ehrlich, ich hätte wirklich keine Lust gehabt, mich anzuziehen und in die Nacht hinaus zu schwärmen. Ich bin wohl auch einfach ein bisschen alt und faul geworden 🙂

In ein paar Jahren kann ich mir gut vorstellen, Freunde oder Familie einzuladen, um gemeinsam die Hosenknöpfe am Esstisch zu öffnen und peinliche Gesellschaftsspiele zu spielen. Mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen. Noch sind unsere Kinder aber einfach noch zu klein für Raclette (heiß, Mama? OHH HEIß!) und würden mit Gästen im Haus abends noch mehr aufdrehen, als sonst. Nach müde kommt meist knatschig und der letzte Tag des Jahres würde in Geschrei enden. Nö, dann lieber nur wir vier, dafür ruhig und ohne Geschrei.

Dass ich nicht ausgehe, heißt aber nicht, dass ich mich nicht in Schale werfen würde. Gebührend zum Anlass tragen Mutter und Tochter sogar Partnerlook.

Wie scheinbar der Rest der Welt, wollten wir noch ein paar letzte Besorgungen machen, bevor die Sause beginnen kann. Wir teilen uns auf, um den Einkauf maximal effektiv über die Bühne zu bringen. Am 24. dachte ich noch ganz erstaunt: Ach, heute ist aber wenig los hier. Und das, obwohl gleich zwei!! fressintensive Feiertage hintereinander bevorstehen. Tja, dafür herrscht heute die pure Weltuntergangsstimmung. Ich selbst bin ein unverbesserlicher Hamstereinkäufer, dazu brauche ich keine Feiertage. (Der Mann kann euch da ein paar Lieder von singen.) Angesichts der Unmengen an Lebensmitteln, die ganz Köln da auf die Kassenbänder befördert, bin ich dann doch beeindruckt. Ich bin so damit beschäftigt, Ella in dem Ellbogengedränge nicht aus den Augen zu verlieren (Fang miss, Mama!), dass ich natürlich NICHT auf den Einkaufszettel schaue. So kommt es, dass mir nach zehn Minuten Warterei in der Schlange siedendheiß einfällt, dass ich ja für den Neujahrskranz noch Hagelzucker brauche. In diesem Jahr sind mir 15-20€ einfach zu teuer für ein bisschen Mehl und Hefe für ein Gebäckstück vom Vortag. Da backe ich lieber selbst. Trotz meines Lebensmittelsammelwahns haben wir aber keinen Hagelzucker im Haus. Den mögen wir nämlich nicht. Nur auf Platz, da darf muss er drauf.

Sich nochmal in die Menschenmassen zu werfen, würde wohl bedeuten, den Jahreswechsel im Aldi zu feiern. Dann lieber keinen Hagelzucker. (Wie ihr seht, haben wir überlebt. Ein Leben ohne Hagelzucker ist also möglich).

Zuhause angekommen beglückwünschen wir Eltern uns erstmal gegenseitig, das richtige Kind wieder mit nach Hause gebracht zu haben. Bei dem Gewusel kann man schon mal die falsche Patschehand hinter sich herziehen…

Ich setze den Hefeteig auf und dekoriere um. Weil ich erst ein bisschen zu spät die kleinen Klebchen für die (wie heißen diese Papierbälle eigentlich??) finde, funktioniere ich ein paar von Ellas Haarspängchen um. Die liegen bei uns wie kleine Tretminen überall auf dem Boden verteilt. Spart die Friemelei später, wenn wir wieder alles abhängen. Wobei..ist ja bald Karneval. Bis dahin lassen wir die einfach hängen.

Mittags begebe ich mich an den Platz. Ich habe mir beim Stillen eine Videoanleitung über das Zopfflechten angesehen und fühle mich optimal vorbereitet. 20 Minuten und sehr viel Teig unter den Nägeln später, stehe ich vor ein paar mehrfach zerfetzten Teigsträngen und rufe: Schahaaatz, es gibt heute nur Hefeknäuel. Schlimm?

Irgendwie bekomme ich es dann doch hin. Fragt mich nicht wie, ich habe keine Ahnung. Dafür bahnt sich das nächste Problemchen an: der Teig ist irgendwie zu groß für das Blech. Ok, wird halt ein Hefeviereck. Wenigsten kann ich das Teigrezept wärmstens empfehlen! Er ist sehr geschmeidig, lässt sich gut verarbeiten und geht ganz toll auf! Es reicht sogar für vier kleine Schweinchen. Oink, oink!

Noch schnell die Frikadellchen formen und in die Pfanne hauen und es kann losgehen. Nur weil der Raclettestein nicht raus darf, heißt das noch lange nicht das Aus für den Raclettekäse. Der kann auch im Backofen oder in der Mikrowelle schmelzen. Macht auch viel weniger Arbeit! Die Kids mögen lieber Nudeln und Blumenkohl pur. Bleibt mehr Käse für die Großen.

Nebenher schauen wir ein wenig Ein Herz und eine Seele und verspeisen zum Nachtisch Berliner und Muzemandeln. Übrigens: die Neujahrsbrezel habe ich mit Schneeflocken verschönert. Geht auch, oder?

Um sieben ziehen wir uns die Jacken an und gehen raus. Die Knallerrei mag ich persönlich überhaupt nicht. Mir ist das viel zu laut, es ist teuer, stinkt und ungefählich ist es auch nicht unbedingt. Ich bin und bleibe da ein überzeugter Schisser. Wunderkerzen finden wir aber alle toll. Ella schaut ganz fasziniert zu, wie die Lichter herunterbrennen. Leo ist selbst das nicht ganz geheuer und hält lieber ein paar Meter Sicherheitsabstand.

Drinnen wünschen wir den Kinder (schon) ein frohes neues Jahr und befördern sie ganz hoffnungsvoll ins Bett. Mittlerweile geht das meist ohne großes Geschrei über die Bühne, wer hätte das gedacht. Vielleicht springt ja noch ein gemütlicher Fernsehabend und eine zweite Runde “Raclette” für uns heraus. Ella findet unseren Plan ganz toll und leistet uns netterweise Gesellschaft. Sie macht sogar ein kleines Powernapping, um den restlichen Abend auch ja fit zu sein.

Kuschelig haben wir es trotzdem, und so verbringen wir die letzten Stunden des Jahres ganz entspannt im Wohnzimmer. Irgendwann werden die Kinder groß sein und bei ihren Freunden oder sonstwo Silvester feiern. Dann werden wir zurückblicken und uns wünschen, sie wären nochmal so klein und fänden nichts schöner, als bei Mama und Papa zu sein. Wir könnten es sehr, sehr viel schlechter treffen, so mit gesunden Kindern, einem schönen Heim und leckerem Essen auf dem Tisch! Mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit im Herzen rutschen wir ins Jahr 2019.

Leo haben wir übrigens auf Wunsch um 20 vor 12 geweckt, allerdings war ihm das Feuerwerk doch zu laut. Während Ella ganz begeistert aus dem Fenster schaut, guckt sich der kleine Mann lieber die bunten Lichter im Fernsehen an. Um halb eins gehen wir ins Bett. Leo pennt direkt weiter, Ella begrüßt das Jahr 2019 mit viel Geplapper. Alles so wie immer. Veränderungen gibt es dieses Jahr schon genug.

Statt Blei- oder Wachsgießen haben wir dieses Jahr übrigens eine neue Tradition eingeführt: den Schneekugelwunsch. Jedes Jahr zu Silvester schüttelt jeder seine eigene kleine Schneekugel und darf sich etwas Wünschen. Wie das Kerzenauspusten am Geburtstag. Leos Wünsche: dass nächstes Jahr wieder Weihnachten ist und dass die Dinos wieder leben 😉 Wenns weiter nichts ist…

 

Wie habt ihr Silvester gefeiert? Seid ihr gut ins neue Jahr gekommen und habt ihr euch etwas vorgenommen?

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