Von Hintern und Scheinehe WiB 26./27. September

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SAMSTAG

Autschi. Seit vorgestern habe ich zusätzlich zu den anderen Schwangerschaftsbeschwerden richtig üble Schmerzen in der unteren Wirbelsäule. So, dass schlafen ohne Schmerzmittel unmöglich war. Und auch mit ziemlich unangehm. Der Tag beginnt also wieder mit Wärmflasche auf dem Hintern. Ach wie romantisch so eine Schwangerschaft doch ist.

Ebenso romantisch war gestern meine Kotzerei im Hintergrund, während Pascal – eigentlich mein Ehemann?? – Ewigkeiten in Warteschleifen und Diskussionen mit Mitarbeiten der Stadt Köln festhing. Der Grund: scheinbar hat da jemand (ich möchte jetzt nicht sagen: ich hatte bereits bei unserer Trauung so komische Schwingungen der Inkompetenz wahrgenommen) vergessen unsere Ehe so richtig einzutragen. Nunja. Man sollte meinen, dass diese Jemande der Stadt Köln das jetzt schnell nachholen sollten. Ist ja schließlich Teil ihres Jobs. Falsch gedacht. Nein, wir vermeintlichen Eheleute müssen jetzt einen riesen Aufwand betreiben um der Stadt Köln höchstpersönlich nachzuweisen, dass ebendiese uns verheiratet hat. Für diesen Vorgang haben wir von anderer Stelle eine Frist gesetzt bekommen. Blöd nur, dass wir erst Wochen danach einen Termin bekommen bei dem wir gewissen Personen den Hintern hinterher tragen dürfen. Alternative: wir schauen jeden verdammten Tag um kurz nach 7 online nach, ob nicht doch noch ein Termin frei wird. Um dann alle Termine (und volle Schulungsräume) über Bord zu werfen, unsere Unterlagen zu schnappen und vor Ort unsere Ehe nachzuweisen. Richtig schön auf für Schwangere, die maximal 15 Minuten unter der Maske aushalten, bevor es sie aus den Latschen haut.

Von Hintern und Scheinehe

Und ja, all das für ein : Oh Frau X und Herr Y hatten am Tage Z einen Termin zur Eheschließung, den sie wahrgenommen haben und durch mich verheitratet wurden. Mit Unterschrift in mehrfacher Ausführung. Trage ich das doch schnell nochmal ein. Kinderleicht. Eigentlich.

Von Hitern und Scheinehe

Zurück zu meinen eigenen Hintern. Ich ringe mich durch und mache Sport. Die letzten Tage geht es danach eine Weile deutlich besser. Heute um Glück auch. Dennoch: ich komme mir vor wie 85. Dann geht es zum Einkaufen. Vor dem Milka Weihnachtskram Stand kommt es zu einem selbst für meine Kinder gewaltigen Wutausbruch. Und zum ersten Mal reiße ich mir die Makse vom Gesicht. Nicht weil ich gleich umkippe, sondern weil das hilflose Kind dringend meine Mimik braucht. Weil Worte wie “ich bin nicht böse” einfach nicht ankommen im kleinen Ausnahmesituationsgehirn. Nochmal Glück: die Botschaft kommt an. Auch bei den Umstehenden, die uns in Ruhe lassen. Zur Belohnung werde ich auf dem Rückweg klatschnass und wünschte auch nochmal Kind zu sein und unterm Regenschutz nach Hause geschoben zu werden.

Schwangerschaftsgelüste

Pünktlich um 14 Uhr gibt es Frühstück. Für mich Sauerkraut. Leider ist mir danach wie fast immer krass schlecht und ich quäle mich den Nachmittag über überm Eimer. Erst als mein Magen ein bisschen weniger rebelliert, bestätige ich die ungünstige Wahrheit: Schokolade lindert die Übelkeit. Fragt mich nicht, warum mein Körper so reagiert. Ich wünschte, es wäre anders.

Von Hintern und Scheinehe

Zum Abendessen gibt es für die drei Spätzle mit Käsesauce. Für mich gibt es Kartoffellauchsuppe. Als ich ins Bett gehe, und schon ein bisschen Angst vor der Nacht habe, merke ich: Die Schmerzen im unteren Rücken sind fast weg. Wem auch immer sei Dank!

SONNTAG

Eine Nacht – einfach liegen – ohne Schmerzen ist richtig geil. Noch geiler wenn ich denn mal wirklich schlafen könnte. Wie fast jede Nacht meldet sich mein übervolles Hirn. Außerdem trägt Ella das erste Mal auf eigenen Wunsch keine Windel zum Schlafen. Und so kontrolliere ich sehr oft, ob noch alles trocken ist und frage sie immer wieder mal ob sie mal muss. Grund zur Sorge habe ich eigentlich nicht. Seit vielen Wochen ist die Windel morgens trocken. Trotzdem, das ganze riesige Bett abziehen, den oberen Teil der Matraze etc ist nicht gerade verlockend.

Am Morgen ist nach wie vor alles trocken und wir gehen auf Toilette (ich muss ja eh jede Stunde, Baby sei Dank). Einschlagen kann ich danach nicht mehr. Wir schaffen den Tag, er könnte schlimmer sein. Aber irgendwie haben wir Eltern das permanente Gefühl: der Tag hat eindeutig zu viele Stunden. Und zu wenig. Und überhaupt. Die Kids fangen auch irgendwann an zu jammern und ich freue mich ehrlich auf die Ruhe morgen, wenn die drei aus dem Haus sind. Keine 6 Monate mehr, dann ist es mit meiner Mo-Fr Ruhe eh zuende. Höchstvermutlich. Und, wie ist es aktuell bei euch so?

Wie immer verlinke ich euch später das WiB von Große Köpfe.

3 Gedanken zu „Von Hintern und Scheinehe WiB 26./27. September“

  1. Oh mann, Behörden… Das ist wie immer, wenn die was verbocken oder Geld zu zahlen haben, haben die Zeit. Aber wehe, der Normalo hat was verbockt oder soll was zahlen, da sind die Fristen kurz und die Mahnung kommt schnell.
    Hast du das im Rücken abklären lassen? Ich wünsch dir, dass es harmlos ist, kann aber auch etwas sein, das Behandlung braucht. Ich spreche da aus Erfahrung. Manuelle Therapie war bei mir das, Mittel der Wahl und brachte relativ schnell eine Besserung der Beschwerden.
    LG und eine erholsame Woche wünsch ich dir.
    TAC

    1. Ja ich kann es auch nicht wirklich glauben… Und ja, wenn die Schmerzen wiederkommen, werde ich zunächst meine Hebammen fragen, ob sie da mit Tapen was ausrichten können. Und ansonsten ab zu einem guten Ostepathen. Ich hoffe aber erstmal, dass ich davon verschont bleibe! LG zurück!

  2. Die Standesbeamten haben eure Hochzeit vergessen, verschlampt? Das darf doch nicht wahr sein!
    Ich hatte während des ersten Quartals immer ein schmerzhaftes Ziehen vom Steißbein zum Damm. Bei mir haben immer nur Atemübungen geholfen. Manchmal aber auch nicht. Ich wünsche dir noch alles Gute – hast ja noch ein bisschen hin!
    LG
    Sabiene

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