4 Jahre Stillen – Stillen in der Schwangerschaft

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4 Jahre stillen. Wer hätte es gedacht. Ich sicher nicht, als ich mir vor über 4 Jahren die kleine Ella auf meinen Bauch gelegt habe. Die Nabelschnur war gerade lang genug, dass sie das erste Mal ein paar Tropfen Milch schlabbern konnte. Geboren, aber noch immer körperlich mit mir verbunden. Seit 3 Monaten sind es 4 Jahre. Und seit ähnlich langer Zeit streichelt Ella beim Stillen meinen Bauch. Kuschelt mit ihrem Geschwisterchen.

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4 Jahre Stillen: Abgenabelt

Im letzen Jahr hat sich viel getan. Zunächst Stück für Stück, kaum merklich und seit dem Sommer mit großen Schritten. Natührlich ist Ellas Stillverhalten eng geknüpft an ihre allgemeine Entwicklung. Mein pausbäckiges Kleinkind hat sich zu einem richtigen “großen” Mädchen entwickelt. Unser Band ist noch genauso fest, aber die Leine ist ein gutes Stück elastischer und Länger geworden. Ich werde immer weniger und kürzer als sicherer Hafen gebraucht. So ist es auch mit unserer Stillbeziehung. Es sind keine ausgiebigen Erholungs- und Auftankurlaube mehr, sondern kurze Stippvisiten. Ella hat völlig altersgerecht den Löwenanteil der Regulation und Beruhigung auf Eigenregulation umgestellt. Auch wenn sie sich mal wehtut, oder müde ist, wird immer wieder der Papa angesteuert. Ja, Ella hat sich so weit es ihr Alter zulässt abgenabelt. Allein, und ihn ihrem Tempo.

Satt und zufrieden

Ich habe mich lange gefragt, wie es mir gehen wird, wenn das Stillen deutlich weniger wird. Ich habe mich tatsächlich falsch eingeschätzt. Denn ich habe erwartet, der intensiven und besonderen Stillzeit mehr hinterherzutrauern als ich es nun tue. Nicht viel, aber es ist ja doch eine neue Ära, eine Umgewöhnung. Ein neu zueinanderfinden. Tatsächlich bin ich erleichtert. Ja, wir sind beide gesättigt und zufrieden. Kleine Appetithäppchen wenn es uns beiden passt. Mehr brauchen wir beide nicht. Mehr möchte ich auch nicht. Wenn ich gerade keine Lust habe, dann stille ich nicht. Und ich habe sehr oft keine Lust.

Tagsüber stillen wir nur noch selten, in den letzten Tagen gar nicht. Auch zum Einschlafen nicht mehr. Ein tolles Nachtlicht im Kinderzimmer, überhaupt das Schlafen gehen im Kinderzimmer, haben das Einschlafstillen abgelöst. Ja, manchmal schläft sie schon, wenn ich gute Nacht sagen will. Denn der Papa bringt die beiden ins Bett. Aktuell bringt Pascal sie mir dann ins große Bett im Schlafzimmer, wenn ich schlafen gehe. Die Männer schlafen im Kinderzimmer. Nachts kommen wir dann auf ca 2 Stillmahlzeiten. Laut Ella kommt “Babymilch”. Ich kann es nicht sagen, denn ich spüre keinen Milchspendereflex mehr.

Tandemstillen?

Mit Sicherheit spielt meine Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Ich weiß, dass ich in einigen Monaten wieder viel Milch haben werde. Und dass Ella und ich unsere Stillbeziehung dann weiterführen können. Wenn es uns passt, und wenn sie es braucht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine mögliche Eifersucht lindern kann. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Ella mir im Vergleich zum Baby viel zu groß vorkommen wird. Dass das Kleinkindstillen dann nicht mehr zu mir passt. Ich lasse es auf mich zukommen. In der Gewissheit, dass Ella sich gut an die neue Situation anpassen kann. Und dass wir eine wunderbar selbstbestimmte, lange Stillzeit hatten. Dass nicht nur ca 1500 L Muttermilch (für beide Kinder) sondern auch unfassbar viel Liebe geflossen ist. Dass sie weiterfließen wird, nur auf anderem Wege.

Und Leo?

In den ersten Wochen der Schwangerschaft habe ich noch ein Mal täglich für ihn abgepumpt, wenn die Kinder in der Kita waren. Durch das seltene Stillen und den Schwangerschaftshormonen ist meine Milchmenge auf ein paar Tropfen geschrumpft. Und so habe ich mich vor einigen Wochen entschieden, nicht mehr zu pumpen. Ich habe 4 Jahre lang gepumpt. Ich habe mein Versprechen an Leo mehr als eingelöst. Tatsächlich habe ich ihm nicht gesagt, dass in seiner Flasche kein Mix, sondern nur noch Kuhmilch ist. Ja, am Morgen und am Nachmittag (meistens) braucht er sie noch. Ich weiß, dass er sehr traurig wäre. Ich möchte aber auch kein unnötiges Drama provozieren, denn die Entspannung die er braucht, bekommt er nach wie vor. Zeit mir mir bekommt er nach wie vor, wenn er sie braucht. Und auch bei ihm: wenn das Baby geboren ist, ja vielleicht pumpe ich dann. Längst nicht so viel wie zuvor, aber so, dass er dann vielleicht bewusst von der Muttermilch Abschied nehmen kann. Als super großer Bruder. Der seine Leidenschaft für Donald Duck Comics mit mir teilt. Der wie Ella von sich aus sagt: ich bin satt! Satt und zufrieden.

4 Jahre Stillen

Mein Körper

Genau genomen mein Busen. Ich war noch nie mit sonderlich viel Holz vor der Hütte ausgestattet. Vor dem ersten Kind war es ein A Körbchen. In der ersten Stillzeit ein volles B. Nach dem plötzlichen Stillende in der 2. Schangerschaft war es ein eher volles A, und in der 2. Stillzeit sehr lange ein sehr volles B Körbchen. Mit der Zeit ist das natürlich ziemlich geschrumpft. Denn die einzige Stelle bei der wirlich dirket das Fettgewebe für die Arbeit “vor Ort” schmilzt, ist der Busen. Und da meine Milchmenge nicht mehr der Rede wert ist, ist auch der größte Teil des Drüsengewebes längst abgebaut. Bis vor ein paar Wochen hatte ich also Miniminiminimöpschen. Immerhin: die Form ist ganz ansehnlich. Da hängt nicht wirklich was. Es braucht halt einfach nur eine Lupe, um sie zu finden. Oder vielmehr: brauchte. In dieser 3. Schwangerschaft merke ich tatsächlich das erste Mal ein Wachstum. Und so ist es mittlerweile ein A Körbchen mit etwas Luft 😉 So oder so: der Wahnsinn, dass diese kleinen Brüstchen innerhalbt von 5 Jahren ca 1500 (eher mehr) Liter Muttermilch produziert haben. Stellt euch mal 1500 Milchpackungen vor. Das waren diese kleinen, unscheinbaren Brüste! Daher: egal wie ihr ausseht, ihr habt meinen größten Respekt meine Damen!

4 Jahre Stillen
4 Jahre Stillen

Mein Umfeld

Sicher, meine Situation ist ja ein bisschen anders als bei den meisten anderen. Zum einen leben wir in Köln. Hier sind die Menschen tendenziell offen, tolerant, bunt. Zwar ändert sich in den letzen Monaten auch hier der Ton, so wie überall auf der Welt, doch im Vergleich ist es noch immer so: wenn überhaupt, dann werden die Engstirnigen mit einem Stirnrunzeln versehen. Zum anderen gehe ich ja wirklich sehr offen mit unserer Stillgeschichte um, es ist Teil meines Berufs. In der Beratung, dem Blog hier und in meinen Gruppen. Dass ich stille, ist kein Geheimnis, es ist ein Teil von mir. Ganz normal. Und deshalb wird es auch von niemandem mehr Infrage gestellt. Tatsächlich habe ich damit für mich genau das erreicht, wofür ich mich auf unsere gesamte Gesellschaft bezogen stark mache: Sichtbar sein, den Menschen dadruch ihre Vorurteile nehmen, sie wieder an “den Anblick” gewöhnen. Und aus Gewöhnung wieder die Norm schaffen: Kleinkindstillen ist normal. Kleinkindstillende sind normal!

4 Jahre Stillen

4 Gedanken zu „4 Jahre Stillen – Stillen in der Schwangerschaft“

  1. Das ist echt ganz schön lange. Ich bin gespannt, wass du dann berichtest, wenn das Baby da ist. Manche älteren Kinder mögen wohl den Geschmack der Neugeborenenmilch nicht und stillen sich freiwillig ab.

    Ich hab meine drei Kinder je rund 3 Jahre gestillt. Bei der Großen bischen weniger, Sohnemann etwas länger und die Jüngste tatsächlich am kürzesten mit etwa 2 Jahren und 10 Monaten.
    Ich mochte unsere Stillbeziehungen sehr, war aber dann auch immer froh, dass es zu Ende ging. Ich bin eher sensibel, was die Haut betrifft und empfand das “nur noch nuckeln” als unangenehm.
    LG von TAC

    1. Ja ich bin auch gespannt. Ich nehme an ich habe ja jetzt schon wieder Kolostrum/die Vorstufe davon und ich habe sie ein paar mal gefragt, es schmeckt ihr gut. Aber wie gesagt, ich bin selbst gespannt, wie es laufen wird. Es lässt sich absolut nichts vorraussagen 🙂 Zum sensibel sein: oh ja, ich weiß genau was du meinst. Ich mag es oft auch nicht, bzw würde von mir aus die Stillsessions abkürzen, wenn sie es nicht eh von selbst täte. LG zurück!

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